Kürzlich erhielt die Stadtgliederung Reutlingen des Malteser Hilfsdienstes Besuch durch den Lions Club Reutlingen. Dessen Präsident, Professor Baldur Veit, sowie der Activity-Beauftragte Jürgen Zeeb hatten einen Spendenscheck für die Malteser mitgebracht: Mit 1.500 Euro unterstützt der Lions Club die Helfer-vor-Ort-Gruppe des Hilfsdienstes.
Die ehrenamtlichen Helfer vor Ort (HVO) werden in den Reutlinger Nordraumgemeinden Altenburg, Degerschlacht, Oferdingen, Sickenhausen, Sondelfingen, Rommelsbach und Reicheneck bei medizinischen Notfällen parallel zum Regelrettungsdienst alarmiert. Durch die räumliche Nähe sind die Ehrenamtlichen der Malteser oftmals schneller am Notfallort und können so schon erste Maßnahmen einleiten, noch ehe Rettungswagen oder Notarzt-Einsatzfahrzeug vor Ort eingetroffen sind. In diesem Jahr erfolgten bereits 228 Alarmierungen für die Ehrenamtlichen, die bei 136 Einsätzen tatsächlich ausrücken konnten – denn nicht immer sind die Helfer tatsächlich vor Ort oder können beispielsweise ihren Arbeitsplatz nicht immer verlassen. Von den Krankenkassen werden die Helfer vor Ort nicht finanziert – der freiwillige Dienst wird durch Spenden und die Hilfsorganisationen selbst getragen.
Künftig können die Malteser ihren Patienten noch besser beistehen: Durch die Spende des Lions Clubs Reutlingen konnten unter anderem vier spezielle Taschen für den Transport von medizinischem Sauerstoff angeschafft werden, sowie die hierfür notwendigen Druckminderer. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass die Einsatzkräfte etwa bei akuter Atemnot oder im Rahmen von Reanimationen reinen Sauerstoff zur Unterstützung der Atmung verabreichen können. Insbesondere bei der Wiederbelebung ist dies wichtig, da insbesondere die Nervenzellen im Gehirn schnell geschädigt werden, wenn die nötige Sauerstoffversorgung durch die Atmung ausbleibt.
Auch die Sicherheit der Einsatzkräfte konnte durch die Spende erhöht werden: So konnten zwei weitere Kohlenmonoxidwarner angeschafft werden. Wie der Name schon sagt, warnen die automatischen Messgeräte die Einsatzkräfte vor schädlichen Konzentrationen von Kohlenmonoxid in der Umgebungsluft. Das geruchslose Gas, das bei unvollständigen Verbrennungen entsteht, kann eingeatmet schnell zu lebensgefährlicher Luftnot führen und ist daher auch für Einsatzkräfte gefährlich, wenn diese beispielsweise zu einem Patienten gerufen werden, der durch das Gas das Bewusstsein verloren hat. Ist der Grund der Bewusstlosigkeit nicht vorab bekannt, warnen die Messgeräte die Einsatzkräfte rechtzeitig, bevor diese ebenfalls durch das Gas geschädigt werden können. Durch eine schnelle Sauerstoffgabe kann dann zugleich schneller mit der nötigen Therapie begonnen werden.
„Wir sind dem Lions Club für diese Spende sehr dankbar, da sie es uns ermöglicht, noch besser für unsere Mitmenschen in Not da zu sein“, erklärt Andreas Böhler. Der Rettungssanitäter ist Leiter Einsatzdienste in der Stadtgliederung Reutlingen und hat die Gründung der HVO-Gruppe im Juli 2024 maßgeblich vorangetrieben. Alexander Thomys, der Stadtbeauftrage der Reutlinger Malteser, unterstreicht zudem den Wert der Kohlenmonoxidwarner für den Eigenschutz: „Unsere Ehrenamtlichen leisten einen wichtigen Beitrag, um der Bevölkerung bei medizinischen Notfällen bereitzustehen – durch die Warngeräte können wir sicherstellen, dass sie sich dabei nicht unnötig in Gefahr begeben.“
